Novartis GmbH: Aktuelle Ergebnisse aus Studie mit Brolucizumab bei DMÖ: Behandlungsintervalle von bis zu 16 Wochen

Novartis hat aktuelle Ergebnisse aus zwei Phase III-Studien bekanntgegeben, in denen 6 mg Brolucizumab (Beovu®) im Vergleich zu 2 mg Aflibercept bei Patienten mit diabetischem Makulaödem (DMÖ) untersucht wurde. Im zweiten Jahr der zulassungsrelevanten KITE-Studie wurde 6 mg Brolucizumab in Behandlungsintervallen von bis zu 16 Wochen untersucht, während es in der einjährigen KINGFISHER-Studie alle 4 Wochen verabreicht wurde [1,3]. Beide Studien zeigten ein insgesamt positives Nutzen-Risiko-Profil [1,3].

Die Ergebnisse des zweiten Studienjahres (Woche 100) der KITE-Studie zeigten, dass 69,6 % der Brolucizumab-Patienten, die einen ersten 12-Wochen-Zyklus nach der Upload-Phase erfolgreich abgeschlossen hatten, bis zum Studienende in einem 12- oder 16-wöchigen Behandlungsintervall verbleiben konnten [1]. Seinen primären Endpunkt der Nicht-Unterlegenheit gegenüber 2 mg Aflibercept in Bezug auf die bestkorrigierte Sehschärfe (Best Corrected Visual Acuity; BCVA) gegenüber dem Ausgangswert erreichte 6 mg Brolucizumab in KITE bereits in Woche 52. Auch hinsichtlich der wichtigsten flüssigkeitsbezogenen sekundären Endpunkte zeigte 6 mg Brolucizumab im ersten Jahr eine stärkere Verringerung der zentralen Netzhautdicke (Central Subfield Thickness; CST) im Vergleich zu Aflibercept. Des Weiteren wiesen weniger mit Brolucizumab behandelte Augen intraretinale und/oder subretinale Flüssigkeit (IRF und/oder SRF) auf*. Die CST ist einer der wichtigsten Indikatoren für Flüssigkeit unter der Netzhaut, deren Auftreten ein zentraler Parameter zu Bestimmung der Krankheitsaktivität ist [4,5]. Insgesamt bestätigten die 2-Jahresdaten der KITE-Studie alle Ergebnisse des ersten Studienjahres [1,2]. Die Ergebnisse des zweiten Studienjahres der KESTREL-Studie, einer weiteren zulassungsrelevanten Phase III-Studie mit 6 mg Brolucizumab bei DMÖ, werden im 4. Quartal 2021 erwartet.

„Patienten mit DMÖ haben oft Schwierigkeiten, sich an belastende Behandlungsregime zu halten, da sie mit einer Vielzahl von Begleiterkrankungen im Zusammenhang mit Diabetes zu kämpfen haben“, sagte Prof. Dr. Justus Garweg, Klinikdirektor der Augenklinik Bern am Lindenhofspital, Schweiz. „Die in der KITE-Studie beobachteten längeren Behandlungsintervalle und die effektive Flüssigkeitsreduktion deuten darauf hin, dass Brolucizumab das Potenzial besitzt, die Krankheit bei geeigneten Patienten mit einer für die Betroffenen angenehmeren 6-wöchigen Upload-Phase und anschließend mit verlängerten Behandlungsintervallen alle 12 oder 16 Wochen zu behandeln.“

KINGFISHER, eine weitere Phase III-Studie, erreichte ihren primären Endpunkt der Nicht-Unterlegenheit gegenüber 2 mg Aflibercept hinsichtlich der Veränderung der BCVA gegenüber dem Ausgangswert im ersten Jahr (Woche 52), wobei die Behandlung alle 4 Wochen erfolgte [3]. Bei den wichtigsten flüssigkeitsbezogenen sekundären Endpunkten war 6 mg Brolucizumab Aflibercept nach einem Jahr überlegen, einschließlich der statistisch signifikanten Verringerung der CST und der Anzahl der behandelten Augen mit IRF/SRF [3]**.

In der KITE-Studie waren die häufigsten unerwünschten Ereignisse (≥ 5 %) Katarakt und trockenes Auge. Die Rate für intraokulare Entzündungen (Intraocular Inflammation; IOI) betrug in der KITE-Studie 2,2 % für 6 mg Brolucizumab und 1,7 % für 2 mg Aflibercept. In keiner Gruppe wurde eine retinale Vaskulitis (RV) gemeldet. Die Rate der retinalen Gefäßverschlüsse (RO) betrug 0,6 % für Brolucizumab und 0,6 % für Aflibercept. Die meisten IOI-Ereignisse waren gut zu kontrollieren und klangen ohne klinische Komplikationen ab. Keines der RO-Ereignisse wurde mit Entzündungen oder Vaskulitis in Verbindung gebracht [1,2].

In der KINGFISHER-Studie waren die häufigsten unerwünschten Ereignisse (≥ 5 %) COVID-19 und Bluthochdruck [3]. Die IOI-Raten betrugen 4,0 % für 6 mg Brolucizumab (einschließlich 0,9 % RV) und 2,9 % für 2 mg Aflibercept (einschließlich 0,6 % RV) [3]. Die RO-Rate betrug 0,3 % für Brolucizumab und 0,6 % für Aflibercept [3]. Die Mehrzahl der IOI-Ereignisse war kontrollierbar und verlief ohne klinische Komplikationen [3]. Keines der RO-Ereignisse wurde mit Entzündungen oder Vaskulitis in Verbindung gebracht.

„DMÖ-Patienten müssen aufgrund ihrer Diabeteserkrankung viele verschiedene Arzttermine wahrnehmen. Der Verringerung der Behandlungslast kommt daher eine wichtige Rolle zu. Die Resultate der KITE-Studie aus dem zweiten Jahr bestätigen, dass Brolucizumab diesen Bedarf dank einer individuellen Verlängerung der Behandlungsintervalle sehr gut adressieren kann“, sagte Dr. Uwe Rose, Medical Franchise Head Ophthalmologie, Novartis Pharma. „Alle Daten aus den beiden Phase III-Studien KITE und KINGFISHER bestärken uns in unserer Auffassung, dass Brolucizumab in der DMÖ-Therapielandschaft eine bedeutsame Rolle spielen könnte. Daher freuen wir uns auf den Austausch mit den Gesundheitsbehörden und auf die tiefergehende Analyse zur klinischen Relevanz der positiven Ergebnisse aus den KITE- und KINGFISHER-Studien.“
Weitere Erkenntnisse aus den Studien KITE und KINGFISHER werden bei den nächsten medizinischen Fachkonferenzen vorgestellt.

* Im ersten Jahr von KITE zeigten nur die Daten für die Verringerung der CST eine Signifikanz, nicht aber die Daten für IRF und SRF.
‡ Während der gesamten zweijährigen Studiendauer von KITE wurden die Patienten in den Aflibercept-Armen alle 8 Wochen behandelt.

** Flüssigkeit ist ein wesentlicher Parameter zur Bestimmung der Krankheitsaktivität.

Literatur
1. Data on file (2021) KITE (year two) first interpretable results. Novartis Pharma GmbH, Roonstr. 25, D-90429 Nürnberg
2. Brown D, Wolf S, Garweg JG et al (2021) Brolucizumab for the treatment of visual impairment due to diabetic macular edema: 52-week results from the KESTREL & KITE studies. Präsentiert auf The Association for Research in Vision and Ophthalmology (ARVO) 2021 Annual Meeting. 1. bis 7. Mai 2021
3. Data on file (2021) KINGFISHER first interpretable results. Novartis Pharma GmbH, Roonstr. 25, D-90429 Nürnberg
4. Kang SW, Park CY, Ham D-I (2004) The correlation between fluorescein angiographic and optical coherence tomographic features in clinically significant diabetic macular edema. Am J Ophthalmol 137: 313–322
5. Arnold J, Markey CM, Kurstjens NP, Guymer GH (2016) The role of sub-retinal fluid in determining treatment outcomes in patients with neovascular age-related macular degeneration – a phase IV randomised clinical trial with ranibizumab: the FLUID study. BMC Ophthalmol 143: 679–680

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