Novartis GmbH: EU-Zulassung für Brolucizumab zur Behandlung von Visusbeeinträchtigung infolge eines diabetischen Makulaödems

Die Europäische Kommission hat die Zulassung für Brolucizumab (Beovu®) zur Behandlung von erwachsenen Patient*innen mit Visusbeeinträchtigung infolge eines diabetischen Makulaödems (DMÖ) erteilt.4 Die Zulassung für die Indikation DMÖ basiert auf den 1-Jahres-Daten aus den beiden Phase-III-Studien KITE* und KESTREL, in denen 6 mg Brolucizumab den primären Endpunkt der Nicht-Unterlegenheit in Bezug auf die Veränderung der bestkorrigierten Sehschärfe (Best Corrected Visual Acuity; BCVA) ab Baseline gegenüber 2 mg Aflibercept im ersten Jahr erreichte.1 Zudem zeigte der VEGF-Inhibitor Brolucizumab in den Studien Potenzial, mit weniger Injektionen bei mehr Patient*innen intraretinale (IRF) und/oder subretinale Flüssigkeit (SRF), deren Zunahme einen zentralen Marker für die Krankheitsaktivität darstellt, zu reduzieren.1, 5-7 Dies könnte dazu beitragen, einen hohen medizinischen Bedarf zu decken: DMÖ-Patient*innen haben unter anderem aufgrund bestehender Komorbiditäten oft Schwierigkeiten, ihre Therapie einzuhalten bzw. brechen diese vorzeitig ab.8, 9 Patient*innen-individuelle Injektionsintervalle könnten dazu beitragen, die Therapielast für Betroffene mit DMÖ zu senken.9 In Deutschland sind zirka 6 % der rund 7 Millionen Menschen mit Diabetes von einem DMÖ betroffen.10, 11

Das diabetische Makulaödem ist die zweite Indikation, für die die Europäische Kommission eine Zulassung für Brolucizumab erteilt hat. Der Wirkstoff kam erstmals 2020 in der EU zur Behandlung erwachsener Patient*innen mit neovaskulärer altersabhängiger Makuladegeneration (nAMD) auf den Markt.4 „Die neue Zulassung für Brolucizumab in der Indikation DMÖ ist ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Behandlung dieser belastenden Erkrankung und unterstreicht das langjährige Engagement von Novartis im Bereich Ophthalmologie“, sagte Dr. Ulrika Fröbel, Franchise Head Ophthalmologie, Novartis Pharma GmbH. Vor rund 15 Jahren hatte Novartis mit der Markteinführung von Ranibizumab in der EU den Weg für die Etablierung der VEGF-Inhibitoren, die heute immer noch die Standardtherapie bei der Behandlung von nAMD und DMÖ darstellen, bereitet.

Nicht-Unterlegenheit in Bezug auf Visusgewinn

Die nun erteilte EU-Zulassung für Brolucizumab zur Behandlung des DMÖ basiert auf den 1-Jahres-Daten aus den Phase-III-Studien KITE und KESTREL, die die Wirksamkeit und Sicherheit von 6 mg Brolucizumab im Vergleich zu 2 mg Aflibercept bei Patient*innen mit einer Visusbeeinträchtigung infolge eines DMÖ untersuchten. In beiden zulassungsrelevanten Studien wurde der primäre Endpunkt der Nichtunterlegenheit (Veränderung der BCVA ab Baseline) gegenüber Aflibercept im ersten Jahr erreicht. In der KITE-Studie lagen die durchschnittlichen Visusgewinne bei 10,6 Buchstaben unter Broluzicumab bzw. 9,4 Buchstaben unter Aflibercept (p < 0.001). In der Studie KESTREL betrug der durchschnittliche Visusgewinn bei Patient*innen unter 6 mg Brolucizumab insgesamt 9,2 Buchstaben versus 10,5 Buchstaben unter 2 mg Aflibercept.1

Im Anschluss an die Aufdosierungsphase, die insgesamt fünf Injektionsdosen Brolucizumab in einem Abstand von je 6 Wochen beinhaltete, konnten behandelnde Ärzt*innen die Behandlung patient*innenindividuell je nach Ausmaß der jeweiligen Krankheitsaktivität anpassen. Dazu gehörten unter anderem die Bestimmung des Visus und flüssigkeitsbezogener Parameter. In beiden Studien wurden die mit Brolucizumab behandelten Patient*innen nach den ersten fünf Dosen (Wochen 0, 6, 12, 18 und 24) alle 12 Wochen behandelt, mit der Option, das Dosierungsintervall, basierend auf der Krankheitsaktivität, auf 8 Wochen anzupassen.1 Die Patient*innen in den Aflibercept-Armen wurden entsprechend der Fachinformation während der Aufdosierungsphase alle 4 Wochen und mit insgesamt 5 Injektionen und anschließend alle 8 Wochen behandelt.

Konsequente Flüssigkeitskontrolle, längere Behandlungsintervalle

In beiden Zulassungsstudien blieben nach der Aufdosierungsphase mehr als die Hälfte der Patient*innen (50,3 % in der KITE- und 55,1 % in der KESTREL-Studie) unter 6 mg Brolucizumab bis Woche 52 bei einem 12-wöchigen Injektionsintervall. Die Dosierung von Aflibercept wurde im Anschluss an die Upload-Phase entsprechend der geltenden Fachinformation an ein Injektionsintervall von 8 Wochen angepasst.1‡ Insgesamt wies ein zahlenmäßig geringerer Anteil der mit Brolucizumab behandelten Augen in Woche 52 IRF und/oder SRF auf im Vergleich zu den mit Aflibercept behandelten Augen (in der KITE-Studie 54,2 % im 6-mg-Brolucizumab-Arm versus 72,9 % in der mit Aflibercept behandelten Studiengruppe; in der KESTREL-Studie 60,3 % unter 6 mg Brolucizumab versus 73,3 % unter 2 mg Aflibercept).§ Auch hinsichtlich der flüssigkeitsbezogenen sekundären Endpunkte kam es unter 6 mg Brolucizumab im ersten Jahr zu einer stärkeren Verringerung der zentralen Netzhautdicke (Central Subfield Thickness; CST) im Vergleich zu Aflibercept.1**

Insgesamt gute Verträglichkeit in den Zulassungsstudien

Brolucizumab zeigte insgesamt ein günstiges Sicherheitsprofil. Die häufigsten okularen und nicht-okularen unerwünschten Ereignisse (≥ 5 %) in der KITE- und KESTREL-Studie waren konjunktivale Blutungen, Nasopharyngitis und Hypertonie. In der KITE-Studie waren die Raten für intraokulare Entzündungen (Intraocular Inflammation; IOI) unter 6 mg Brolucizumab und 2 mg Aflibercept gleich hoch (1,7 %), und es wurde keine retinale Vaskulitis berichtet. Die IOI-Raten betrugen in der KESTREL-Studie 3,7 % für 6 mg Brolucizumab (einschließlich 0,5 % retinaler Vaskulitis) und 0,5 % für 2 mg Aflibercept.1 Retinale vaskuläre Gefäßverschlüsse (Retinal Vascular Occlusion; RO) wurden in der KITE-Studie für Brolucizumab und Aflibercept (jeweils 0,6 %) sowie in der KESTREL-Studie für 6 mg Brolucizumab (0,5 %) berichtet. Die meisten unerwünschten Ereignisse waren mild bis moderat, handhabbar und klangen wieder ab.1

„Die Zulassungsstudien KITE und KESTREL weisen nach, dass Brolucizumab als Anti-VEGF- Medikament eine wichtige Behandlungsoption bei der DMÖ-Therapie darstellen kann. Die geringere Anzahl an Injektionen†† und die überzeugende Flüssigkeitsreduktion können die Therapieadhärenz der Patient*innen potenziell steigern und damit positiven Einfluss auf die Visusergebnisse haben“, verdeutlichte Dr. Ulrika Fröbel, Franchise Head Ophthalmologie, Novartis Pharma GmbH, abschließend.

Weitere Informationen bei Novartis Pharma GmbH, Roonstr. 25, 90429 Nürnberg Tel. 0911/2730, Fax 27312653, www.novartis.de

Quellen bei Novartis

* Kite Pharma, Inc. ist weder ein Sponsor noch steht das Unternehmen in irgendeiner Weise mit der KITE-Studie von Novartis in Zusammenhang.

† Flüssigkeit ist ein wesentlicher Parameter zur Bestimmung der Krankheitsaktivität.

‡ Die Injektion von Aflibercept im 8-wöchigen Behandlungsintervall in KITE und KESTREL entsprach im ersten Jahr der Zulassung. Gemäß der aktuell geltenden Fachinformation kann das 8-wöchige Behandlungsintervall von Aflibercept, basierend auf dem funktionellen und/oder morphologischen Befund, aufrechterhalten oder entsprechend nach einem „Treat and Extend“-Dosierungsschema nach 12 Monaten in 2- oder 4-wöchigen Schritten weiter verlängert werden.

§ Ein Test auf statistische Signifikanz wurde nicht durchgeführt.

** Im ersten Jahr von KITE zeigten nur die Daten für die Verringerung der CST eine Signifikanz, nicht aber die Daten für IRF und SRF.

†† Die Injektion von Aflibercept im 8-wöchigen Behandlungsintervall in KITE und KESTREL entsprach im ersten Jahr der Zulassung. Gemäß der aktuell geltenden Fachinformation kann das 8-wöchige Behandlungsintervall von Aflibercept, basierend auf dem funktionellen und/oder morphologischen Befund, aufrechterhalten oder entsprechend nach einem „Treat and Extend“-Dosierungsschema nach 12 Monaten in 2- oder 4-wöchigen Schritten weiter verlängert werden.