Stammzelltherapie bei komplexen perianalen Crohn-Fisteln – interdisziplinäres Teamwork ist wichtig

Viszeralmedizinische Kompetenzzentren, wie sie am Agaplesion Markus Krankenhaus (AMK) in Frankfurt am Main integriert sind, tragen dazu bei, die Versorgung von Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) zu optimieren. Die enge Zusammenarbeit von Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen, regelmäßige CED-Fallkonferenzen sowie die kurzen Wege am Zentrum helfen, auch bei schwierigen Fällen schnell die bestmögliche Behandlung für den Patienten zu finden. Eine besondere therapeutische Herausforderung sind komplexe perianale Fisteln bei Morbus Crohn. Hier ist ein interdisziplinäres Team für die konservative, chirurgische sowie die Stammzelltherapie Darvadstrocel (Alofisel®) gefragt. Das Präparat ist zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit perianalen Fisteln bei nicht-aktivem/gering aktivem luminalem Morbus Crohn zugelassen, wenn die Fisteln auf mindestens eine konventionelle oder biologische Therapie unzureichend angesprochen haben. Alofisel sollte nur nach Vorbereitung der Fistel angewandt werden [1]. Die aus menschlichen Fettzellen gewonnenen und vermehrten Stammzellen können dank ihrer immunmodulatorischen und antiinflammatorischen Eigenschaften die Heilung von geschädigtem perianalem Gewebe fördern, wenn sie intraläsional in die Fistelwand injiziert werden [1]. Wirksamkeit und Sicherheit von Darvadstrocel wurden in der zulassungsrelevanten Studie ADMIRE-CD gezeigt, in der die Daten systematisch bis Woche 52 gesammelt wurden und bei allen Patienten konsequent eine Fistelbeurteilung via MRT erfolgte [2, 3]. Unter OP-Bedingungen wird nach Kürettage der Fistel und Verschluss der inneren Fistelöffnung die Stammzellsuspension lokal um die innere Fistelöffnung und im Verlauf des Fistelganges in das umgebende Gewebe injiziert.

Patienten profitieren vom interdisziplinären Vorgehen
Um eine umfassende Versorgung der CED-Patienten und den bestmöglichen Therapieerfolg zu gewährleisten, profitieren die Betroffenen von den am AMK etablierten Kompetenzzentren für Magen- und Darmerkrankungen. Auf diese Art und Weise kann der von den CED-Fachgesellschaften geforderten interdisziplinären Therapie Rechnung getragen werden. In beiden Zentren werden sowohl onkologisch erkrankte sowie von einer CED betroffene Patienten behandelt. Prof. Dr. med. Christoph Heidenhain, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am AMK: „Wir führen am Darmzentrum pro Jahr über 250 Darmresektionen/Darm-Teilresektionen durch. Darunter sind etwa 60 Operationen bei MC-Patienten – auch Proktokolektomien.“ Die Eingriffe erfolgen offen oder laparoskopisch. „Neu am Darmzentrum ist das innovative und interdisziplinäre Zukunftsprojekt ‚robotische Chirurgie‘“, so Heidenhain. 2019 seien bereits 60 Eingriffe, u. a. bei CED-Patienten, robotisch durchgeführt worden. Ziel sei, das operative CED-Zentrum weiter auszubauen und zudem ein Referenzzentrum Robotic im Rhein-Main-Gebiet zu etablieren, betonte Heidenhain.

1. Fachinformation Darvadstrocel (Alofisel®), Stand April 2019
2. Panés J, et al. (2016) Lancet 388(10051): 1281–1290
3. Panés J, et al. (2018) Gastroenterology 154: 1334–1342 e1334

Takeda Pharma Vertrieb GmbH & Co. KG
Dr. Anna Margareta Gail, Anna-Margareta.Gail@takeda.com, Tel. 030/2062770
www.takeda-gastroenterologie.de/stammzelltherapie/fachkreise