Zusammen mit weiteren internationalen Wissenschaftlern führt das Universitätsklinikum Bonn (UKB) aktuell eine klinische Studie durch, bei der es um die Behandlung der Flussblindheit (Onchozerkose) geht. Diese kommt vor allem im sub-saharischen Afrika vor und betrifft aktuell etwa 21 Millionen Menschen. Die Infektionskrankheit, die zu Blindheit, schweren Hauterkrankungen und neurologischen Symptomen führen kann, wird von Kriebelmücken übertragen und durch Fadenwürmer verursacht, die bislang nur schwer zu bekämpfen sind. Bei der FAME-Studie („Fusidic Acid Macrofilaricide Evaluation“) setzen die Forscher auf das Antibiotikum Fusidinsäure, das bislang vor allem bei der Behandlung bakterieller Infektionen eingesetzt wird. Die Wissenschaftler hoffen auf eine sichere Therapiemöglichkeit, in deren Verlauf die parasitären Würmer in nur sieben Tagen abgetötet werden könnten.
„Die Krankheit ist nicht nur medizinisch eine Herausforderung – sie raubt den betroffenen Gemeinschaften Bildung, Arbeitskraft und Lebensqualität“, so Prof. Dr. Achim Hörauf über die Notwendigkeit einer wirksamen Behandlung. Der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie am UKB teilt sich die wissenschaftliche Leitung auf der deutschen Seite mit Dr. Ute Klarmann-Schulz, die am selben Institut als Gruppenleiterin tätig ist. Wie wirksam Antibiotika Wurmerkrankungen bekämpfen können, haben A. Hörauf und sein Team erstmals bereits vor zwei Jahrzehnten gezeigt. Schon damals waren sie maßgeblich an den Forschungen beteiligt, die zur Etablierung von Doxycyclin zur Behandlung geführt haben. An der aktuellen Studie, die mit knapp 5 Millionen britischen Pfund von der Europäischen Initiative für klinische Studien in Entwicklungs- und Schwellenländern gefördert wird, sind neben dem UKB u.a. auch die Liverpool School of Tropical Medicine sowie die kamerunische Universität Buea beteiligt.
