Dr. med. Tonja Weber, zuletzt Oberärztin in der Zentralen Notaufnahme (ZNA) am Universitätsklinikum Halle/Saale (UKH), leitet seit März 2026 die ZNA am Kreiskrankenhaus Johann Kentmann Torgau. Am UK Halle war die Fachärztin für Chirurgie verantwortlich für Patienten aus dem Gebiet Orthopädie-Unfallchirurgie sowie für Organisation und Ausbildung. Sie verfügt über die Zusatzbezeichnungen Spezielle Unfallchirurgie, Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen sowie Klinische Akut- und Notfallmedizin. In Torgau folgt sie auf den Chirurgen Frank Engelmann, der die ZNA seit 2022 leitete und im Herbst 2025 als ZNA-Chef zu Helios nach Pirna wechselte. Die Torgauer ZNA wird aktuell komplett umgebaut, der Umzug in den Neubau steht bevor. Die Torgauer Zeitung hat der neuen ZNA-Chefin einen sehr umfangreichen Artikel in ihrer Ausgabe von 4. Mai 2026 gewidmet. Nach Stationen in Leipzig, Halle, Italien und den USA möchte Tonja Weber die Notfallversorgung in Torgau zukunftssicher gestalten. Sie kann auf annähernd ein Vierteljahrhundert Erfahrung aus den Universitätsklinika Leipzig und Halle zurückgreifen. Sie habe in Torgau ein sehr nettes, familiäres Team vorgefunden, mit dem die Zusammenarbeit Freude bereitet. Die ländliche Welt sei ihr nicht fremd – Tonja Weber wuchs im rheinland-pfälzischen Westerwaldkreis auf. Ohne familiären medizinischen Hintergrund interessierte sie sich schon früh für die Heilkunde und wollte Ärztin werden. Ab 1994 studierte sie in Leipzig und absolvierte Auslandssemester an Partneruniversitäten im italienischen Bari und in Madison, USA. Von 2002 bis 2012 machte sie ihre chirurgische Facharztweiterbildung am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) und brachte in dieser Zeit drei Kinder zur Welt – Leipzig wurde ihr Lebensmittelpunkt. Die verheiratete Chirurgin spricht fünf Sprachen fließend und wurde 2011 in Leipzig promoviert. Ab 2012 war sie Fachärztin für Chirurgie in der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie am UKL, 2020 ging sie ans UKH. In letzter Zeit verlor sie zusehends die Freude am Pendeln, folgte nun aber dennoch dem Rat ihres langjährigen Kollegen Privatdozent Dr. med. Jan-Sven Jarvers, der schon mit ihr zusammen studiert hat und seit Herbst 2024 Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie am KKH Torgau ist. Nach einigen Hospitationen entschloss sich Weber für Torgau und pendelt weiter, nur eben in die andere Richtung. In die Torgauer ZNA kommen jährlich etwa zehntausend Notfälle (2025), zirka die Hälfte sind chirurgische Patienten, meist von der Rettungsstelle oder dem Hausarzt zugewiesen. Ab 2027 gibt es eine Beobachtungsstation mit mindestens sechs Betten, so Weber. Sie organisiert die ZNA und entscheidet, wie am besten geholfen werden kann und nimmt kleinere Eingriffe selbst vor. Außer Dienstgilt ihre Zeit dem Tanztraining, Inlineskaten, Skifahren oder Tennisspielen. Kultur, Konzerte sowie Reisen stehen ebenso hoch im Kurs.
