vfa: Finanzieller Schaden des hohen Krankenstandes liegt bei 160 Milliarden Euro

Eine aktuelle Studie des Verbandes der forschenden Arzneimittelhersteller (vfa) hat untersucht, wie sich die aktuell großen Arbeitsausfälle der Beschäftigten auf die wirtschaftliche Situation auswirken. Im Jahr 2024 lag der Krankenstand bei 5,7% der Beschäftigten, etwa 2% über dem durchschnittlichen Krankenstand der Jahre 2003 bis 2019. Seit vier Jahren sei der Krankenstand auf einem weit überdurchschnittlichen Niveau mit erheblichen wirtschaftlichen Konsequenzen, so das Ergebnis der Studie. Zudem seien Arbeitnehmer in Deutschland häufiger krank als Arbeitnehmer in anderen Ländern. Geschätzt liege der Verlust in der Wertschöpfung bei rund 0,33–1% der jährlichen Wirtschaftsleistung. In der Summe der vergangenen vier Jahre entspräche dies einem Ausfall von bis zu 160 Milliarden Euro – zusätzlich zu den Kosten für die Krankenversicherungen. Insbesondere zu Zeiten mit sinkendem Erwerbstätigenpotenziales könne nicht dauerhaft auf etwa 300.000 erkrankte Erwerbstätige verzichtet werden.

Konjunkturerholung wird durch hohen Krankenstand erschwert

Als Konsequenz empfiehlt der Verband mehr Vorsorge und Prävention, beispielsweise mit breiten Grippeimpfungen – gerade in Produktionsbetrieben mit schwachen Wachstumsraten. In diesen Betrieben seien krankheitsbedingte Ausfälle besonders fatal und belastend für die konjunkturelle Erholung. Insbesondere seit dem Jahr 2021 sei ein Sprung im Krankenstand zu beobachten, maßgeblich verursacht durch Influenza, RSV und Corona-Infektionen. Der Krankenstand habe sich seit dieser Zeit zwar etwas verringert, sei aber weiterhin sehr hoch.

Telefonisch Krankschreibung und Arbeitsausfälle

Da die Anzahl der Arztbesuche seit dem Jahr 2022 anhaltend hoch ist und in den vergangenen vier Jahren weltweit stärkere Influenzaausbrüche sowie (zumindest in Deutschland) verstärkte RSV-Ausbrüche verzeichnet wurden, müsse davon ausgegangen werden, dass die Personen im Krankenstand tatsächlich erkrankt seien. Es sei daher davon auszugehen, dass die seit dem Jahr 2020 andauernde kritisierte telefonische Krankschreibung keinen spürbaren Effekt habe. Dies steht im Gegensatz zu der aktuell durch Friedrich Merz (CDU) ausgelöste Debatte über die Arbeitsmoral in Deutschland.