Prof. Dr. med. univ. et scient. med. Tobias Winkler, MHBA (50), hat Mitte Mai 2026 die Professur für Orthopädie an der MedUni Wien angetreten. Der Nachfolger von Prof. Dr. Reinhard Windhager (69), der emeritiert wurde, kehrt damit zu seinen akademischen und familiären Wurzeln zurück. Der Österreicher Tobias Winkler ist in Steyr geboren, in Enns aufgewachsen und war zuletzt seit 2020 Professor für Regenerative Orthopädie und Unfallchirurgie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin sowie am Berlin Institute of Health. Er hat in Wien auch die Leitung der Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie der MedUni und des AKH übernommen, ebenso die Klinische Abteilung für Orthopädie. Winkler kam 2004 an die Berliner Charité und habilitierte sich bei Prof. Dr. med. Dr. h.c. Norbert Haas 2014 zur Zelltherapie bei Skelettmuskeltraumata. Neben der klinischen Tätigkeit, er baute u.a. eine multidisziplinäre Abteilung für muskuloskeletale Infektionen auf, erwarb er einen MHBA in Erlangen. Für seine wegweisenden Arbeiten erhielt er den Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik und den Innovationspreis der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie. Privat interessiert er sich für Kunst, Tennis und gute Ideen. Nach Wien bringt er eine langjährige Expertise zur gelenkerhaltenden und -ersetzenden Chirurgie sowie ein modernes, internationales Netzwerk zu translationaler Forschung mit.
Tobias Winkler leitet auch die Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
Besonders setzt Winkler auf Entwicklung und klinische Anwendung innovativer, biologischer Therapien, um die Heilungschancen des Bewegungsapparates bei degenerativen Erkrankungen und nach Verletzungen zu verbessern. Er gründete die Advanced Therapies in Orthopaedics (ATiO) Foundation für globalen wissenschaftlichen und klinischen Austausch und ist in zahlreichen internationalen Gremien aktiv. In Wien will sich Winkler den universitären Kernaufgaben widmen. Sein Fokus liegt auf der Translation biologischer Heilungsansätze in Orthopädie und Unfallchirurgie. Nach der erfolgreichen Leitung des HIPGEN EU-Konsortiums zur Muskelregeneration nach endoprothetischer Versorgung von Schenkelhalsfrakturen, wird Winkler die Koordination des EU-Horizon-Projekts PROTO nach Wien holen, das sich mit neuartigen personalisierten Behandlungsstrategien bei Arthrose mittels allogener Zelltherapien und sensorbasierten digitalen Trainingsinterventionen befasst. SPRiNT ist ein weiteres im Herbst d.J. startendes EU-Konsortium unter seiner Koordination – sechs Jahre will man sich der regenerativen Therapie von Achilles-Tendinopathien widmen. Die Erforschung von Entzündungsmechanismen und deren Modulation im muskuloskelettalen Gewebe ist auch ein Schwerpunkt der Forschung. Anhand von Studien werden neue Biomarker für die personalisierte Medizin entwickelt. In der Lehre setzt Winkler auf frühzeitige Nachwuchsförderung mit fest im klinischen Werdegang etablierter und verankerter Forschung. Sein für chirurgisch interessierte Studierende/Assistenten entwickeltes Surgical-Scientist-Programm wird er mit nach Wien bringen. Interdisziplinär will er Studierende in internationale Forschungsnetzwerke einbinden. Die Vermittlung moderner digital unterstützter OP-Techniken und biologischer Rekonstruktionsverfahren für die Facharztausbildung mit interprofessionellem Austausch, sind Schwerpunkt für eine exzellente Nachwuchsgeneration an der Schnittstelle zur Wissenschaft. In der Versorgung treibt er Digitalisierung und neue, evidenzbasierte Therapien voran um durch visionäre Ansätze echten medizinischen Fortschritt zu generieren.
