Wirtschaftlichkeitsprüfung: Neuregelung kann Risiko eines Arzneimittelregresses senken

Verschreiben Ärzte günstige Generika, kann der Preis für die von den Apotheken abgegebenen, rabattierten Präparate höher sein als der der verordneten Medikamente. Ursache dafür ist die regelhafte Aut-idem-Substitution in Apotheken, die dazu führt, dass das Budget der Ärzte dann mit den höheren Apothekenverkaufspreisen belastet wird. In der Konsequenz haben Praxen ein höheres Verordnungsvolumen und laufen somit Gefahr, dass sie in Richtgrößen- oder Durchschnittswertprüfungen geraten und u. U. eine Regressforderung erhalten. Um dies möglichst zu vermeiden, sollen günstigere Medikamentenpreise aufgrund von Rabattverträgen mit Pharmaherstellern bereits in der Verordnungsstatistik des Arztes für die Vorabprüfung berücksichtig werden, berichtet die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in einem Presseschreiben vom 12. Januar 2023. Auf der Basis dieser Statistik werde dann geprüft, ob das Verordnungsvolumen des Arztes den Grenzwert des jeweiligen Prüfverfahrens übersteigt und eine Auffälligkeitsprüfung vorliegt. Auf das neue Verfahren hatten sich die KBV und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung zu Beginn des Jahres geeinigt. Nun müssen die regionalen Vertragspartner die Details regeln und die Vereinbarungen entsprechend anpassen.