Laut einer neuen Studie könnte die in China entwickelte Rotlichttherapie zur Verhinderung der Myopie mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein. Dabei wird der Augenhintergrund mehrmals die Woche drei Minuten lang mit niedrig dosiertem rotem Licht (600–700 nm) bestrahlt, was die Verlängerung des Augapfels bremsen soll. Vor diesem Hintergrund haben US-Wissenschaftler um Dr. Lisa Ostrin vom University of Houston College of Optometry vier Rotlichttherapiegeräte untersucht, die auch außerhalb Chinas vertrieben werden. Die Strahlenenergie der weit verbreiteten Geräte Sky-n1201 und EyeRising überschritt die vom American National Standards Institute (ANSI) festgelegten Sicherheitsgrenzwerte bereits nach 2,8 beziehungsweise 1,4 Sekunden – und das bei einer Behandlung, die auf 180 Sekunden ausgelegt ist.
Das Rotlichtlasergerät Future Vision blieb innerhalb der drei Minuten zwar im Rahmen der Grenzwerte, erhöht laut A. Ostrin aber dennoch das Risiko einer photothermischen oder photochemischen Netzhautschädigung. Laut Studie unbedenklich war einzig ein Gerät namens Air Doc, das auf Leuchtdioden basiert. Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass laserbasierte Rotlichtgeräte „bei empfohlener Anwendung Risiken für die Augensicherheit darstellen können“. Um die klinische Wirksamkeit mit der Netzhausicherheit in Einklang zu bringen, müssten entsprechende Geräte von einer unabhängigen Stelle validiert werden, bevor sie in der Breite in der Pädiatrie angewendet werden.
